Interessantes - Ägypten
Hauptstadt: Kairo
Landessprache: Arabisch
Religion: Islam (94%), Christentum (6%)
Einwohner: 78,9 Mio. (Berechnung 2006)
Lebenserwartung: 68 Jahre (Männer), 73 Jahre (Frauen)
Kindersterblichkeit: 34 von 1000
Pro-Kopf-Einkommen: 1.250 US $
Analphabetisierungsrate: Frauen 44%, Männer 67% (durchschnittlich
42,30 % bei der Bevölkerung über 14 Jahre)
Landesfläche: 997.740 qkm (D: 357.030 qkm)
Geografie:
Ägypten liegt im Nordosten Afrikas. Mehr als 95 Prozent der Landesfläche
besteht aus Wüste. Fruchtbar ist nur das über 1.000 Kilometer lange und bis zu
15 Kilometer breite Nil-Tal. Es mündet im Norden als breites Delta in das
Mittelmeer. Diese Region ist sehr dicht besiedelt.
Geschichte und Situation heute:
Von 3200 bis 332 v. Chr. regierten 30 Pharaonen-Dynastien in Ägypten. In den
darauf folgenden 2000 Jahren wurde das Land jeweils dem Reich Alexanders des
Großen, dem Römischen, Byzantinischen und Osmanischen Reich angegliedert. Mit
dem Bau des Suezkanals 1869 nahm der Einfluss Großbritanniens und Frankreichs
zu. Ägypten wurde 1914 britisches Protektorat. Nach dem ersten Weltkrieg rangen
die Briten, die Monarchen unter König Fuad und die neu formierte Wafd-Partei um
die Vormachtstellung im Land, bis General Nasser nach einem unblutigen
Militärputsch die Republik ausrief. In den 60er Jahren verstaatlichte die
Einheitspartei Arab Socialist Union (ASU) die Wirtschaft. Sein Nachfolger Anwar
El Sadat verfolgte in den 70er Jahren eine Politik der Öffnung zum Westen und
etablierte 1978 ein Mehrparteiensystem. Nach mehreren Kriegen mit Israel
unterzeichnete Sadat 1979 das Friedensabkommen von Camp David, was 1981 zu
seiner Ermordung führte. Seitdem regiert sein Nachfolger Mohammed Hosni Mubarak
per Ausnahmegesetz. Ägypten ist eine Präsidialrepublik mit dem Islam als
Staatsreligion. Anfang der 90er Jahre wurden auf Druck internationaler Geldgeber
Haushaltseinsparungen vorgenommen. Von 1992 an nahmen gezielte Anschläge
islamischer Extremisten auf die Tourismusbranche zu. Diese verschärften die
inneren Spannungen und führten zu großen finanziellen Einbußen. Trotzdem gilt
Ägypten nach wie vor als Stabilitätsfaktor im Nahen Osten.
Situation der Kinder:
Kinder mit Behinderungen sind nicht in die Gesellschaft integriert und haben
kaum Zugang zu Bildung. Auch sind Kinderarbeit sowie die Benachteiligung von
Mädchen an der Tagesordnung.
Gesundheit:
In den Städten gibt es zwar viele staatliche medizinische Einrichtungen, doch
sind diese schlecht ausgestattet und das medizinische Personal mangelhaft
ausgebildet. Vor allem die Kinder leider unter einseitiger Ernährung und
Hygienemangel in den Armenvierteln der Großstädte. Krankheiten wie Durchfall,
Bilharziose, Tuberkulose sowie Atemwegs- und Hauterkrankungen sind die Folge.
Bildung:
Der Schulbesuch ist kostenlos, bis 1991 bestand Schulpflicht. Steigende
Schülerzahlen führten dann zur Verkürzung der gesetzlichen Schulzeit auf fünf
Jahre aus Mangel an Lehrpersonal und Räumlichkeiten. Da viele Schulgebäude in
schlechtem Zustand sind, wird oft in zwei bis drei Schichten unterrichtet. Viele
Kinder verlassen aus finanziellen Gründen die Schule vorzeitig. Generell wird
die Schulbildung von Mädchen für unwichtig gehalten.
Lebensumfeld:
Wegen der stetigen Landflucht ist Wohnraum in der Stadt knapp. Oft teilt sich
eine Großfamilie ein bis zwei Zimmer. Die Häuser in den ärmeren Vierteln haben
häufig keinen Strom- und Wasseranschluss.
Subventionierung der Grundnahrungsmittel:
Der Anstieg der Inflationsrate auf 25 bis 30 % beeinträchtigte den
Lebensstandard der Masse der kleineren und mittleren Einkommensbezieher.
Insbesondere im Staatsdienst sind die Gehälter so niedrig, dass viele auf eine
Zweit- oder Drittarbeit angewiesen sind, um das Existenzminimum für ihre Familie
zu sichern. Allerdings subventioniert der Staat Grundnahrungsmittel und andere
Güter des Massenkonsums mit fast zwei Milliarden Pfund pro Jahr. Dies entspricht
etwa den jährlichen Einnahmen aus den Suezkanalgebühren. Dafür kostet das
unentbehrliche Fladenbrot dann auch nur 2 bis 5 Piaster (1 bis 3 Pfennig). Ohne
die subventionierten Lebensmittel könnten viele Männer ihre Familie nicht
ernähren. Mit dem Ziel, das hohe Haushaltsdefizit zu vermindern, hat der
Internationale Währungsfond (IWF) während der Umschuldungsverhandlungen von der
ägyptischen Regierung wiederholt einschneidende Kürzungen bei den
Nahrungsmittelsubventionen gefordert. Aber die Verantwortlichen halten dem
entgegen, dass ein Ausgleich zwischen ökonomischen und sozialen Notwendigkeiten
gefunden werden muss, der den sozialen Frieden nicht gefährdet
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