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Aktualisiert am: 20. August 2007

Interessantes - Ägypten

Hauptstadt: Kairo

Landessprache: Arabisch

Religion: Islam (94%), Christentum (6%)

Einwohner: 78,9 Mio. (Berechnung 2006)

Lebenserwartung: 68 Jahre (Männer), 73 Jahre (Frauen)

Kindersterblichkeit: 34 von 1000

Pro-Kopf-Einkommen: 1.250 US $

Analphabetisierungsrate: Frauen 44%, Männer 67% (durchschnittlich 42,30 % bei der Bevölkerung über 14 Jahre)

Landesfläche: 997.740 qkm (D: 357.030 qkm)

Geografie:
Ägypten liegt im Nordosten Afrikas. Mehr als 95 Prozent der Landesfläche besteht aus Wüste. Fruchtbar ist nur das über 1.000 Kilometer lange und bis zu 15 Kilometer breite Nil-Tal. Es mündet im Norden als breites Delta in das Mittelmeer. Diese Region ist sehr dicht besiedelt.

Geschichte und Situation heute:
Von 3200 bis 332 v. Chr. regierten 30 Pharaonen-Dynastien in Ägypten. In den darauf folgenden 2000 Jahren wurde das Land jeweils dem Reich Alexanders des Großen, dem Römischen, Byzantinischen und Osmanischen Reich angegliedert. Mit dem Bau des Suezkanals 1869 nahm der Einfluss Großbritanniens und Frankreichs zu. Ägypten wurde 1914 britisches Protektorat. Nach dem ersten Weltkrieg rangen die Briten, die Monarchen unter König Fuad und die neu formierte Wafd-Partei um die Vormachtstellung im Land, bis General Nasser nach einem unblutigen Militärputsch die Republik ausrief. In den 60er Jahren verstaatlichte die Einheitspartei Arab Socialist Union (ASU) die Wirtschaft. Sein Nachfolger Anwar El Sadat verfolgte in den 70er Jahren eine Politik der Öffnung zum Westen und etablierte 1978 ein Mehrparteiensystem. Nach mehreren Kriegen mit Israel unterzeichnete Sadat 1979 das Friedensabkommen von Camp David, was 1981 zu seiner Ermordung führte. Seitdem regiert sein Nachfolger Mohammed Hosni Mubarak per Ausnahmegesetz. Ägypten ist eine Präsidialrepublik mit dem Islam als Staatsreligion. Anfang der 90er Jahre wurden auf Druck internationaler Geldgeber Haushaltseinsparungen vorgenommen. Von 1992 an nahmen gezielte Anschläge islamischer Extremisten auf die Tourismusbranche zu. Diese verschärften die inneren Spannungen und führten zu großen finanziellen Einbußen. Trotzdem gilt Ägypten nach wie vor als Stabilitätsfaktor im Nahen Osten.

Situation der Kinder:
Kinder mit Behinderungen sind nicht in die Gesellschaft integriert und haben kaum Zugang zu Bildung. Auch sind Kinderarbeit sowie die Benachteiligung von Mädchen an der Tagesordnung.

Gesundheit:
In den Städten gibt es zwar viele staatliche medizinische Einrichtungen, doch sind diese schlecht ausgestattet und das medizinische Personal mangelhaft ausgebildet. Vor allem die Kinder leider unter einseitiger Ernährung und Hygienemangel in den Armenvierteln der Großstädte. Krankheiten wie Durchfall, Bilharziose, Tuberkulose sowie Atemwegs- und Hauterkrankungen sind die Folge.

Bildung:
Der Schulbesuch ist kostenlos, bis 1991 bestand Schulpflicht. Steigende Schülerzahlen führten dann zur Verkürzung der gesetzlichen Schulzeit auf fünf Jahre aus Mangel an Lehrpersonal und Räumlichkeiten. Da viele Schulgebäude in schlechtem Zustand sind, wird oft in zwei bis drei Schichten unterrichtet. Viele Kinder verlassen aus finanziellen Gründen die Schule vorzeitig. Generell wird die Schulbildung von Mädchen für unwichtig gehalten.

Lebensumfeld:
Wegen der stetigen Landflucht ist Wohnraum in der Stadt knapp. Oft teilt sich eine Großfamilie ein bis zwei Zimmer. Die Häuser in den ärmeren Vierteln haben häufig keinen Strom- und Wasseranschluss.

Subventionierung der Grundnahrungsmittel:
Der Anstieg der Inflationsrate auf 25 bis 30 % beeinträchtigte den Lebensstandard der Masse der kleineren und mittleren Einkommensbezieher. Insbesondere im Staatsdienst sind die Gehälter so niedrig, dass viele auf eine Zweit- oder Drittarbeit angewiesen sind, um das Existenzminimum für ihre Familie zu sichern. Allerdings subventioniert der Staat Grundnahrungsmittel und andere Güter des Massenkonsums mit fast zwei Milliarden Pfund pro Jahr. Dies entspricht etwa den jährlichen Einnahmen aus den Suezkanalgebühren. Dafür kostet das unentbehrliche Fladenbrot dann auch nur 2 bis 5 Piaster (1 bis 3 Pfennig). Ohne die subventionierten Lebensmittel könnten viele Männer ihre Familie nicht ernähren. Mit dem Ziel, das hohe Haushaltsdefizit zu vermindern, hat der Internationale Währungsfond (IWF) während der Umschuldungsverhandlungen von der ägyptischen Regierung wiederholt einschneidende Kürzungen bei den Nahrungsmittelsubventionen gefordert. Aber die Verantwortlichen halten dem entgegen, dass ein Ausgleich zwischen ökonomischen und sozialen Notwendigkeiten gefunden werden muss, der den sozialen Frieden nicht gefährdet

 

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