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Aktualisiert am: 20. August 2007

Interessantes - Der Islam

Das Wort "Islam" stammt aus dem Arabischen und bedeutet "sich Gott (Allah) unterwerfen". Die Anhänger des Islam werden Muslime genannt. Rund ein Fünftel der Weltbevölkerung, mehr als 900 Millionen Menschen, gehören dem Islam an. Die meisten Muslime leben in Asien und Afrika.20 Millionen von ihnen leben in Europa. Für die Gläubigen ist der Islam weitaus mehr als eine Religion. Der Islam ist der eigentliche Sinn des menschlichen Daseins. Bei den Auseinandersetzungen um die Nachfolge des Propheten um 632 entstanden die zwei wichtigsten Glaubensausrichtungen des Islam, die der Sunniten und der Schiiten. Sie folgen unterschiedlichen Auslegungen der heiligen Schriften. Insgesamt gibt es nahezu achtzig verschiedene Richtungen im Islam, dazu kommen noch viele regionale Unterschiede. In einigen Ländern wird der Islam sehr streng befolgt, in anderen wird freier mit der Religion umgegangen. Zum Beispiel bestimmt in Ägypten, Pakistan und im Sudan die Religion die Gesellschaftsform, Rechtssprechung und Kultur. In Albanien spielt sie im Alltag wiederum eine eher untergeordnete Rolle und in Indonesien vermischt sich der Islam mit anderen Religionen und traditionellen Bräuchen.

Der Islam und seine Propheten
Mohammed ist der zuletzt gesandte und wichtigste Prophet Gottes. Er wurde ca. 570 n. Chr. im heutigen Mekka geboren und starb 632 n. Chr. Die von ihm erfahrenen Offenbarungen sind für die Muslime am vollständigsten erhalten und im Koran schriftlich niedergelegt. Auch andere von Gott gesandte Propheten nehmen im Islam eine bedeutende Stellung ein, wie Moses und Jesus.

Das Leben des Propheten Mohammed
Mohammed lebte und arbeitete als Kaufmann in Mekka, einer blühenden Handelsstadt an der "Weihrauchstraße", der Handelsroute zwischen Arabien und Syrien. In der vorislamischen Zeit war Mekka nicht nur eine bedeutende Handelsstadt, sondern auch ein religiöses, politisches und soziales Zentrum im gesamten arabischen Raum. Die Menschen glaubten an Polytheismus. Man verehrte verschiedene Gottheiten, auch in Form von außergewöhnlichen Steinen. Ein Heiligtum war der schwarze Stein: die Ka'ba. Es gab auch einen höchsten Gott, Allah, der Schöpfer der Welt und des Menschen. Allerdings beteten die Menschen immer weniger zu diesem Gott. Mohammed hatte auf seinen vielen Reisen als Kaufmann Kontakt zu anderen Religionen, insbesondere zum Christen- und Judentum, war aber kein Anhänger dieser Glaubensrichtungen. Seiner Überzeugung nach ist Alla identisch mit dem christlichen und dem jüdischen Gott. Ab dem Jahr 610 n. Chr., im Alter von etwa 40 Jahren berichtete Mohammed von dem Wort Gottes, das ihr durch den Engel Gabriel (JibrilJ auf seinen langen einsamen Wanderungen durch die Berge um Mekka offenbart wurde. Seine ersten Anhänger fand er unter den armen und benachteiligten Bevölkerungsgruppen Mekkas. Mohammed predigte öffentlich den Monotheismus. Allah ist der einzige Gott, dessen Willen sich die Menschen unterwerfen müssen. Er verurteilte den Götzendienst und das ausschweifende Leben der mekkanischen Kaufleute, womit er heftigen Widerstand der Mekkaner hervorrief. Dieser Konflikt zwang Mohammed und seine Anhänger im Jahr 622 n. Chr. Mekka zu verlassen und sich in Medina
niederzulassen. Die Vertreibung Mohammeds aus Mekka kennzeichnet den Beginn der islamischen Zeitrechnung. In Medina wuchs die Glaubensgemeinschaft immer schneller, und Mohammed verkündete den gemeinsamen Ursprung des Islam, Judentums und Christentums auf den Propheten und Patriarchen Abraham. Auch die Ka'ba sei eine Gebetsstätte, die Gott Abraham vor mehr als 4000 Jahren zu errichten befahl. Die Gläubigen beteten nun in Richtung Mekka. Somit wurden die Ka'ba und Medina zum Versammlungsort aller arabischen Stämme und zum Symbol ihrer religiösen und politischen Einheit.

Die Verbreitung des Islam
Noch zu Lebzeiten Mohammeds trat ein Großteil der Bewohner der Arabischen Halbinsel zum Islam über. Nach seinem Tode verbreitete sich die Religion von dort aus rasch in andere Teile der Erde. Grund für ihre schnelle Expansion waren maßgeblich reisende muslimische Kaufleute, die in vielen Ländern der Welt Handelsniederlassungen gründeten.

Der Koran
Die heilige Schrift der Muslime ist der Koran (Arabisch: Qurfan), in dem die göttliche Offenbarung Allahs, die Mohammed durch den Engel Gabriel übermittelt wurde, niedergeschrieben ist. Der Koran setzt sich aus 114 Abschnitten zusammen, die "Suren" genannt werden. Diese stellen die Glaubensgrundlagen und -regeln des Islam dar. Die Regeln bestimmen nicht nur das religiöse Verhalten eines Muslims, sondern sind ein Leitfaden für alle Bereiche des Lebens. Der Koran wird in der islamischen Welt in arabischer Sprache gelehrt und gelesen.

Die Fünf Säulen des Islam
Muslime sind nicht nur durch ihren gemeinsamen Glauben an den Koran weltweit miteinander verbunden, sondern auch durch die "Fünf Säulen" des Islam, dem moralischen Grundstein für ihre Lebensführung.

Die Erste Säule besagt, dass jeder Mensch Muslim werden kann, der aufrichtig und öffentlich das Glaubensbekenntnis {Arab.: Shahada) spricht. Die Shahad lautet: "Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet.

Die Zweite Säule, Salat genannt, ist das Gebet, das fünfmal täglich verrichtet wird: bei Sonnenaufgang, mittags, nachmittags, bei Sonnenuntergang und nachts. Vor dem Gebet wird eine rituelle Waschung (Arab.: Wudu) vorgenommen, die der Läuterung dient. Zur Gebetszeit fordert der Muezzin {Gebetsausrufer) vom Minarett, dem Turm der Moschee, zum Gebet auf. Die Menschen unterbrechen ihre Tätigkeit und wenden sich zum Gebet der heiligen Stadt Mekka zu, der Geburtsstadt Mohammeds. In der Regel beten viele Muslime nur am Morgen und bei Sonnenuntergang, da sie ihre Arbeit oder sonstigen Pflichten nicht unterbrechen können.

Der Dritten Säule des Islam zufolge ist jeder Muslim dazu verpflichtet, den Armen zu helfen. Die Pflicht, Almosen zu geben, wird Zakat genannt. Jeder Muslim entrichtet eine Steuer, die von der jeweiligen Staatskasse verwaltet wird. Die Höhe ist vom jeweiligen Wirtschaftsbereich abhängig. Sie ist eine religiöse Handlung, die dem Heil des Betreffenden dient. Das Geld soll für die Armen und Bedürftigen in der Gesellschaft verwendet werden. Zakat ist materielles und geistiges Geben zugleich und kann auf vielerlei Art praktiziert werden: durch freundliche Worte, Lebensmittel, Kleidung oder Geld.

Sawm, die Vierte Säule des Islam, besagt, dass Muslime im Monat des Ramadan fasten. Vom Morgengrauen bis Sonnenuntergang darf nicht gegessen und getrunken werden. Von der Fastenzeit ausgenommen sind Kranke, Ältere, Schwangere oder stillende Mütter und kleine Kinder. Fasten dient der Selbstreinigung. Mit dem kurzzeitigen Verzicht auf Genuss empfindet der Fastende Mitgefühl für Hungernde und wächst so in seinem geistigen Leben.

Die Fünfte Säule des Islam ist die Pilgerfahrt nach Mekka, {Arab.: Hadsch). Muslime sollen die Pilgerfahrt mindestens einmal in ihrem Leben ausführen, sofern sie es sich leisten können. Selbst die Bedürftigsten nehmen große Opfer auf sich, um die Pilgerfahrt nach Mekka antreten zu können. Diejenigen, die die Pilgerfahrt unternommen haben, erhalten einen speziellen Stand in ihrer Gemeinde. Ihnen wird ehrenhalber der Titel "Hadsch" verliehen und soviel Anerkennung gezollt, wie sie üblicherweise nur geistlichen Würdenträgern entgegengebracht wird.

Die Gesetze des Islam
Die zweite wichtige Quelle des Islam neben dem Koran und den "Fünf Säulen" ist der Weg (Sunna) des Propheten Mohammed, wie ihn die zuverlässig überlieferten Berichte (Hadith} beschreiben. Sie bezeichnen das vorbildliche Verhalten Mohammeds und seine Handlungsweise in verschiedenen Lebenssituationen. Zusammen stellen Koran und Sunna einen für alle Muslime verbindlichen moralischen, sozialen und ethischen Verhaltenskodex dar. Dieser Kodex ist zugleich die Grundlage für das islamische Gesetz, bekannt unter dem Namen Scharifa "rechter Weg". In Koran und Sunna finden sich alle Details über die Bedeutung von Halal (im Sinne des Glaubens, rein} und Haram (glaubenswidrig, Sünde}. Sie behandeln Themen wie Ernährung, Kleidung, Familienaktivitäten, Geschäftsgebaren, soziale Kommunikation, Freizeitgestaltung, Ehe und vieles andere. Muslime haben in Bezug auf Halal und Haram sehr strenge Vorstellungen. Für sie wurden diese Regeln der Lebensführung von Gott aufgestellt, daher ist ihre Befolgung von sehr großer Bedeutung. Muslime lehnen die Bezeichnung "Mohammedaner" strikt ab, die im Westen geläufig ist. Denn Mohammed sah sich als Mittler zwischen Allah und seinen Gläubigen und begriff sich selbst als einer von ihnen.

Interkultureller Austausch
Ein Ansatz von egyptlivehelpkids e. V. ist, Menschen verschiedener Kulturen
die Möglichkeit zu bieten, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Es gibt viele Dinge, die Sie in Ihren Briefen mitteilen können. Bedenken Sie aber dabei, dass Ihr Patenkind in einem gänzlich anderen kulturellen und religiösen Umfeld aufwächst, als Sie es vielleicht kennen.

Hier einige Ideen:
Assalamu Alaikum, "Friede sei mit Euch". So lautet der Gruß in der islamischen Welt. Machen Sie Ihrem Patenkind und seiner Familie eine Freude; indem Sie Ihren Brief mit diesem Gruß eröffnen. Erzählen Sie über Ihre Familie, und fragen Sie nach der Familie Ihres Patenkindes. Das Familienleben nimmt einen sehr hohen Stellenwert für Muslime ein. Besonders den Kindern wird sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt und ältere Menschen haben einen besonderen Status in der Familie und Gemeinde. Teilen Sie Reise- und Festerlebnisse. Ihr Patenkind könnte in der Nähe einer Heiligenstätte leben oder selber schon auf einer Pilgerwanderung gewesen sein. Schreiben Sie von Ihren Reisen oder beschreiben Sie ihm Feste und die damit zusammenhängenden Bräuche in Ihrer Familie. Senden Sie einen Gruß anlässlich eines islamischen Feiertages.

Wichtige Feiertage
Ramadan:

Eid al-Fitr (ldul Fitri):
An diesem dreitägigen Fest wird das Ende des Ramadan und der einmonatigen Fastenzeit gefeiert (Eid ist das arabische Wort für "Fest"). In vielen Dörfern werden Jahrmärkte mit Spielen für Kinder veranstaltet und Gebäude werden mit Lichtern geschmückt. Dies ist eine günstige Gelegenheit, Ihrem Patenkind und seiner Familie einen Gruß, wie "Eid Mubarak" - das heißt "Gesegnetes Fest" - zu senden.

Neujahr:
Eid al-Adha (Opferfest) / Hadjdj:
Eid al-Adha ist das Opferfest. Im Mittelpunkt des viertätigen Festes stehen die Hingabe des Menschen an Gott und das Vertrauen auf seine Barmherzigkeit. An diesem Tag wird der biblischen Geschichte Ibrahims (Abrahams) gedacht. Wer es sich leisten kann, schlachtet ein Schaf zum Fest. Während Eid al-Adha tragen die Menschen ihre beste Kleidung und beten in der Moschee. An diesem Feiertag treten viele Muslime die Pilgerschaft nach Mekka an.

Eid-al-Adha:
Die muslimischen Feiertage richten sich nach dem Mondkalender und verschieben sich daher von Jahr zu Jahr. Das Mondjahr ist 10 bis 11 Tage kürzer als das in der westlichen Welt verbreitete gregorianische Kalenderjahr, das sich nach der Sonne richtet. Die islamische Zeitrechnung zählt ab der Auswanderung Mohammeds nach Medina im Jahre 622 n. Chr. 2000 war demzufolge nach islamischer Zeitrechnung das Jahr 1420/1421.

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