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Aktualisiert am: 20. August 2007

Erfahrungsbericht von Conny BS

Ich habe mich entschlossen bei www.egyptlivehelpkids.org mitzumachen. Es ist ein deutscher Verein, auf ehrenamtlicher Basis. Sicher gibt es mehrere Organisationen, die von hier aus agieren. Wie ich dazu kam:
Seit 2003 / 2004 schreibe ich alles was ich in Ägypten erlebe auf. Ich begann zu Recherchieren und kam u. a. logischerweise auch zum Thema Bildung. Das Land ist pure Faszination für mich, mit allen Vor- und Nachteilen.

Kennt jemand diesen Spruch:
Wissen ist Macht – weiß nichts, macht nichts. Dieser Spruch trifft auf makabre Weise auf viele arabische Länder unserer Tage zu. Machtlosigkeit und die Unwissenheit der breiten Masse sind effektive Werkzeuge der Herrschenden.
Dieser Spruch ist von Naguib Sawiris, dem Bruder von Samir Sawiris und den kennt ihr sicher.

Klar, gibt es seit 1923 eine Schulpflicht in Ägypten. Sie ist sogar als „Grundrecht“ in der Verfassung verankert und „grundsätzlich“ KOSTENLOS. Wie gesagt, der Besuch. Fast jeder vierte Haushalt in Ägypten wird von einer alleinerziehenden Mutter geführt. Zwei meiner Patenkinder haben keinen Vater mehr. Sie müssen mit ca.14 € im Monat auskommen. Wenn der Tisch gedeckt wird, stehen aber meisten 4-5 Teller drauf. Da bleibt nichts übrig um z. B. Stifte, Hefte oder ähnliches zu kaufen. Der Schulbesuch kostet trotz des o.g „Grundrechts“ pro Kind im Jahr ca. 30 €. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Deshalb werden, wenn überhaupt möglich, oft nur die Jungs zur Schule geschickt. Im Sommer 04 kam ich zur der o.g. Internetseite und begann zu überlegen. Der Zufall wollte es, dass ich im November 04 zuerst die ehrenamtliche Organisatorin Angela de Groot kennenlernte. Wir trafen uns in Hurghada. Zu Hause habe ich wiederum sehr lange überlegt und weiter recherchiert. Erst ein halbes Jahr später habe ich mich entschlossen: JA, das ist gut und ich mach mit. Im Januar 05 „musste“ ich mich schweren Herzens für zwei Kinder entscheiden. Ich glaube, das war das schwierigste.
Zwei Kinder über einen langen Zeitraum zu unterstützen konnte ich mir gut leisten, auch wenn es mal knapp werden sollte.
Da ich 2x im Jahr vor Ort bin kann ich meine Patenkinder und die Familien besuchen. Ich habe die Möglichkeit alles sehr gut zu beobachten und was ganz wichtig ist, mit zu kontrollieren. In diesem Verein habe ich die Möglichkeit meine Vorschläge einbringen. Ich kann mitarbeiten. Die Mitglieder arbeiten zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Weil wir alle ein Ziel haben: Die Verbesserung der Lebensumstände unserer Patenkinder und ihren Familien. Das schöne ist, das das Patengeld nicht nur auf eine Person bezogen ist. Es kommt auch der Familie zu gute. Die Mutti meiner kleinen Patentochter„Aia“ musste bis zum Sommer noch auf dem Hof an einer Feuerstelle ihre Mahlzeiten kochen. Das ist nun Vergangenheit. Seit dem Herbst hat sie einen Herd. Ich denke jede/r Frau, oder auch Mann kann ein kleines bisschen nachvollziehen was das heißt. Was auch sehr wichtig ist, das kein Cent in „Verwaltung“ verplempert wird. Die Pateneltern nehmen Briefe, kleine Geschenke für andere mit, wenn sie nach Ägypten fliegen. Ein Kurierdienst wurde eingerichtet, denn nicht jeder hat die Möglichkeit kontinuierliche Besuche zu machen. Es gibt eine sehr gute "Vorortorganisation". Inzwischen arbeiten in Hurghada 5-7 ÄgypterInnen mit dem Herzen mit. Es wird auch ein Kinderheim gebaut. Und – und – und!!
Vor 4 Wochen bin ich von meinem ersten „Patenbesuch“ zurück gekommen. Es war unbeschreiblich. Am 21.3.06 werde ich wieder dort sein.

PS: Aus zwei Patenkindern sind sogar drei geworden. Die 14 jährige Hadier hat keine Eltern mehr und wurde bis dato immer hin und her geschoben (Hurghada und Innland). Die übrige Familie teilte sich den Unterhalt. Jetzt kann sie regelmäßig in die Schule und hat ein „zu Hause“. So, ich denke das sind ein paar Informationen, mit denen man etwas anfangen kann. Der Verein besteht seit 2004 und ist als „Gemeinnützig“ anerkannt. Die Satzung trat ab 19.4.04 in Kraft.

Das ist noch wichtig: Zur Zeit werden 35 Familien, mit rund 90 Kindern betreut (stand 11.2005). Leider konnte ich nicht alles ausführlicher beschreiben und habe ein paar Dinge nur angerissen. Schaut euch die Seite an, fragt und bildet euch selbst ein Urteil.
Ich bin überzeugt von diesem Verein.

Liebe Grüße Conny

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Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
(Albert Einstein)

egyptliveHelpKids e.V., Angela de Groot (1. Vorsitzende), Lange Str. 53, 27243 Harpstedt