Aktuelles
Rundbriefe
Artikel zum Verein
Erfahrungsberichte
Aktualisiert am: 27 April 2009
|
Bericht von Silke
Seit September bin ich nun schon in verschiedenen Projekten an Schulen aktiv, wo ich vorrangig mit den Kindern und Lehrern über Ägypten rede, von Ägypten erzähle und Fotos zeige. Es berührt mich immer sehr, wie vor allem Kinder sehr offen und auch sehr betroffen sind. Vor einigen Wochen habe ich zu einem Frauenfrühstückstreffen über Ägypten erzählt und Bilder gezeigt, es waren ca. 30 Frauen da, ein paar wenige kannten Ägypten aus dem Urlaub, die meisten aber nur vom Hören oder Fernsehen. Ich habe viele Fotos von Zirsara gezeigt, aber auch von El-Marice (bei Luxor). Es ist schon eigenartig die Gesichter zu beobachten, die diese Fotos das erste mal sehen und doch sehr betroffen und schweigend darauf reagieren. Für viele ist es wirklich nicht vorstellbar, das in einem Land wie Ägypten teilweise solche erbärmlichen Zustände herrschen. Sehr für Erheiterung sorgten die Fotos von Harbi...(ach ja, ich muß noch Luftballons für ihn kaufen). Für viele ist Ägypten halt doch "nur" das Urlaubsland aus Katalogen und Fernsehen mit schönen Stränden, Hotels, Palmen, allzeit freundlichen und zuvorkommenden Kellern, Sonne und Erholung. Und wenn man mal realistisch ist, ist diese Urlaubsatmosphäre ja der weit geringere Teil. Ich habe viel von den verschiedenen Familien erzählt, was sie so machen, wie der Verein hilft, was sich alles geändert hat. Großes Unverständnis herrscht natürlich über den Ordnungssinn, aber da muss man auch die wirklich total unterschiedlichen Kulturkreise und Hintergründe sehen und verstehen. Von denen die schon in Ägypten im Urlaub waren, kennen auch viele die Busstation in Hurghada, aber das dahinter Zirsara liegt war für viele etwas völlig neues. Witzig sind immer die Fragen "hast du denn da keine Angst alleine", "gehtst du da auch verhüllt", "betteln die dich nicht nur an" u.s.w., Apropo betteln, ich hab es schon im Patenforum geschrieben, als ich in Luxor war, kam ein Mädchen und wollte etwas Geld. Da ich ja gaaaaanz schlecht NEIN sagen kann, gab ich ihr ein oder zwei Pfund, darauf schaute sie mich mit großen Augen an und sagte" no, Madam, 10 Pounds please". Ich musste so lachen, aber auch das ist Ägypten. Am 28.Mai fliege ich wieder, ich freue mich schon sehr, vorher rede ich noch bei einem Frauentreffen, im Kindergarten und bei einem Nachmittag über Ägypten und werde versuchen viele von den Einkaufsbeuteln der Mütter aus Zirsara zu verkaufen. Es sind auch schon einige Spenden eingegangen, ich hoffe es kommen noch viele dazu. Es macht mich immer sehr traurig, wenn ich bei manchen sehe wie hoch die Ignoranz ist, vor allem, wenn ich dann Sätze höre wie "auch in Deutschland haben Kinder kein Bett". Aber es gibt auch viele, die gerne etwas geben, am meisten Leute, wo ich weiß, sie haben selber nichts übrig, sagen aber "mehr wie 5 oder 10 Euro kann ich nicht geben, aber ich gebe es gerne". Das sind die Momente wo ich denke, egal wie viel oder was Leute geben, wenn wir alle zusammen stehen mit dem was wir haben und können, werden wir in Ägypten etwas bewegen und verändern. Und für mich ist das größte Geschenk das Lachen und die Freundlichkeit der Menschen dort und die Dankbarkeit. Doch wenn ich ehrlich bin, sehe ich an mir, das ich eigentlich mehr zurück bekomme als was ich gebe. Jedes mal wenn ich aus den Hütten oder Häusern weg gehe, bin ich zufriedener, dankbarer und ein ganzes Stück glücklicher, leichter und unbeschwerter als vorher und ich fühle mich bei den Familien wohler als in all den Hotels in denen ich vorher in Ägypten war. Aber nun freue ich mich auf mein Patenkind in Zirsara und auf all die Menschen dort, die ich in kurzer Zeit ins Herz geschlossen habe.
Liebe Grüße
Silke
zurück |
Was wir
heute tun, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht.
|