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Aktualisiert am: 20. August 2007

Rundbrief - April 2006

Liebe Paten,

Also, am 27.4. war es wieder soweit, wir flogen ab Hannover, Zwischenlandung in Stuttgart und ab da dann endlich nach Hurghada. Dort angekommen, wurden Koffer und Taschen alle in die Wohnung geschleppt (65 kg Übergepäck). An diesem Tag wurden nur die Briefe und alle Geschenke sortiert und bereit gelegt. Am Abend kam Khaled und wir besprachen die Touren für die Familienbesuche. Wer schon in Ägypten war, der weiß, dort ticken die Uhren anders und man muss sich umstellen, womit ich heute keine Probleme mehr habe. Wir fingen also an und sagten dann den entsprechenden Familien, dass wir den kommenden Freitag an den Strand gehen würden. Die Freude war wieder groß. Bei fast allen Familien war alles in Ordnung. Bei einer Familie war es ganz traurig - für mich jedenfalls - die Familie ist schon das 3.Mal umgezogen und die Whg. werden immer schlechter. Eine Tochter ist nun endlich verheiratet und es sind noch 2 Mädchen und ein Junge im Hause. Die Mädels sind schlimm dran, eine hat keine Haare mehr und das andere Mädel am ganzen Körper Ausschlag. Also bin ich 2 Tage später mit unserem Arzt Dr. Ahmad Ghanem wieder hingegangen und er hat es sich angesehen und dann haben wir uns in der "Wohnung" umgesehen und festgestellt, dass dort mindestens 16 Kanister mit Wasser standen. Auf unsere Frage warum und was damit geschehen soll, wurde uns zur Antwort gegeben: "wenn wir mal kein Wasser haben, nehmen wir das". Das Wasser war in alten Chemikalien-Kanister, auf dem Wasser schwamm ein Schmierfilm und dicke Pilzflocken. Der Dr. meinte nur, wenn ich mich damit waschen würde, würde ich sterben. Also bekamen sie den Auftrag von uns ALLE Kanister zu entfernen, die Whg. aufzuräumen, sauber machen und auch an den Wänden die Pilzflocken zu entfernen, denn diese würden sie alle krank machen. Dr. Ghanem sorgt nun dafür, dass die Mädels zum Hautarzt gehen können. Dann bekommt die Familie einen neuen Herd, sie haben nur einen Bunsenbrenner, eine neue Spüle und ein richtiges WC. Denn das jetzige WC ist nur ein Loch in der Erde und wenn der Druck zu hoch ist (Abwasserkanal), wird die ganze Wohnung überschwemmt. Dies alles wird aber eine Zeit dauern, da durch die Verhaftungswellen kaum noch Handwerker dort sind und diese wenigen ihre Preise angehoben haben und mit reichlich Arbeit versehen sind. Nachdem wir hier nun auf die Kanister aufmerksam wurden, haben wir in den anderen Familien auch darauf geachtet und es ihnen erklärt und gesagt, dass die Kanister weg müssen. Am Freitag waren wir dann mit 36 Kindern und den Müttern zum Strand. Nach einer Empfehlung von Dr. Ghanem nahm ich Obst mit. 6 kg Orangen, 6 kg Bananen, vor Ort wurden dann noch 6 Kartons Chips, 6 Kartons Schokolade und Kekse sowie 6 Kisten Fanta/Sprite/Cola besorgt. Die Kinder rannten erstmal zum Spielplatz und so nach und nach gingen sie ins Wasser. Zwischendurch wurde gegessen und getrunken und das Obst war Ratz Fatz weg. Dann wurden Spiele gemacht und man hat sich gefragt, wer bei dem Stuhlkreis "Reise nach Jerusalem" mehr Spaß hatte, die Kinder oder die Mütter? Um 16:30 Uhr wurden die ersten Familien nach Hause gebracht und um 17:00 Uhr fuhren Anette und ich (Anette hatte einen Sonnenbrand) auch zurück. Khaled blieb mit dem Rest dort, denn sie wollten einfach noch nicht nach Hause. Also wurden später noch 18 Cola und Sandwichs geordert und gegen 19:30 Uhr war dann Feierabend. Am nächsten Freitag ging es mit den nächsten Kindern zum Strand, wir waren auch insgesamt 36 Leute - nur diesmal hatten wir 10 kg Bananen und 10 kg Orangen, 2 kg Weintrauben und 2 kg Nektarinen mit. Auch dieses war Ratz Fatz verputzt und die Kinder spielten im Wasser und Mona spielte mit den Kindern. Alle hatten wieder einen großen Spaß und waren glücklich. Wir haben fast alle Familien besuchen können, haben für drei Familien Herde gekauft, 2 Familien mit Kindern zum Arzt geschickt und viele Kleinigkeiten geändert und besprochen. Ich muss nun 600 Fotos sortieren und viele davon verschicken. Einige sind ja schon versendet, wer noch keine hat, bitte melden.

Lieben Gruß, Angela

 
 
 

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